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BACHELOR

Bachelor

Abkürzung oder "Schmalspurstudium"?

Schon gehört? Neben Diplom, Magister, Staatsexamen gibt es nun auch die Variante Bachelor und Master.
Das heißt, die Studienanfänger müssen nicht nur entscheiden, was sie studieren wollen, sondern auch wie.

Warum das Ganze?
Im Juni 1999 haben sich auf einer entsprechenden Konferenz in Bologna die europäischen Bildungsminister auf eine Reform des Hochschulwesens geeinigt. Bis 2010 soll der europäische Hochschulraum zusammen geführt und angeglichen werden.
Hierzu sollen die bereits international gängigen, aufeinander aufbauenden Abschlüsse Bachelor und Master zum Standard gemacht werden. Gleichzeitig soll das Studium inhaltlich reformiert und stärker an den Qualifikationen ausgerichtet werden, die für den späteren Beruf nötig sind. Was bedeuten die verschieden Abschlüsse?

Diplom
Es gehört neben Magister und Staatsexamen zu den bisher in Deutschland üblichen akademischen Abschlüssen. Während der Magister vorwiegend in geisteswissenschaftlichen Studiengängen verliehen wird, bereiten Diplomstudiengänge traditionell vor allem auf naturwissenschaftliche und technische Fächer vor.

Der Diplomstudiengang gliedert in zwei Phasen:
Das Vordiplom bildet den Abschluss des Grundstudiums, welches zumeist nach vier Semestern absolviert wird und aus mündlichen Prüfungen in den relevanten Fächern besteht. Daran schließt sich das Hauptstudium an, das zwischen vier und sechs Semestern dauert und mit der Diplomarbeit sowie anschließenden mündlichen und /oder schriftlichen Prüfungen endet. Der Diplomstudiengang an einer Universität berechtigt zur Berufsausübung und zur Promotion; mit einem Fachhochschulabschluss kann unter besonderen Voraussetzungen promoviert werden.

PRO und CONTRA DIPLOM
Vorteile:
Vermittlung von fundiertem Wissen (hohe Qualität)sowohl Berufseinstieg, als auch Weiterbildung (Promotion) im Anschluss gut möglich
Unternehmen können Abschluss einordnen, wissen um Fähigkeiten und Wissensstand der Studenten
Nachteile:
lange Studiendauer
stark theoriebezogen
schlechter internationaler Vergleich
Schwierigkeiten bei Anerkennung von Auslandspraktika/-semestern
Fortführung des Studiums im Ausland schwer möglich
wenig Flexibilität
wenig Umstrukturierung

Bachelor/ Bakkalaureus
In Europa steht der Bachelor für den ersten (niedrigsten) akademischen Grad, den Studenten an Hochschulen als Abschluss einer wissenschaftlichen Ausbildung erreichen können. Übersetzt bedeutet er soviel wie "Junggeselle", "Neuling".

Die Studienzeit beträgt in der Regel sechs Semester. Die meisten Bachelorstudiengänge beschränken sich auf ein einzelnes Fach, von einigen Hochschulen werden auch bestimmte Fächerkombinationen angeboten. Die Lehrveranstaltungen sind in Module gegliedert, die sich aus Vorlesungen, Seminaren, Praktika und Prüfungen gliedern und für die Leistungspunkte, sogenannte Credits, vergeben werden. Das Ziel des Bachelorabschlusses ist die Berufsbefähigung. Er stellt zudem die Voraussetzung für ein Masterstudium dar, in seltenen Fällen zur Promotion. Mit diesem Abschluss kann man nach drei bis vier Jahren Studium entweder direkt in den Beruf einsteigen oder einen Masterabschluss von weitern ein bis zwei Jahren abschließen. Es besteht allerdings die Möglichkeit, den Masterabschluss auch nach einigen Jahren Berufserfahrung nachzuholen.

Master
Der Begriff Master kommt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie "Dienstherr", "Meister". Er bezeichnet den zweiten akademischen Grad und ist ein auf dem Bachelor aufbauender Studienabschluss.
Die Studiendauer beträgt meistens zwei Jahre und soll zur wissenschaftlichen Vertiefung, beruflichen Spezialisierung oder fächerübergreifender Erweiterung dienen. Der Masterabschuss berechtigt zur Tätigkeit in höheren Diensten und zur Promotion.

PRO und CONTRA BACHELOR/MASTER
Vorteile:
-
kurze Studiendauer, früher Berufseinstieg
- (B)starke Praxisorientierung
- bessere Betreuung während des Studiums
- guter internationaler Vergleich;
- Möglichkeit das Studium im Ausland fortzusetzen oder nach dem Studium ins Ausland zu gehen
- starke Flexibilität (z.B. berufsbegleitendes Studium)
- neues System der Qualitätssicherung über interne und externe Begutachtungsverfahren
Nachteile:
-
Gefahr durch kürzere Studiendauer geringeres Wissen vermittelt zu bekommen
- Vor allem bei kleinen Unternehmen Unwissenheit über Fähigkeiten und Wissensstand der Studenten


Studiendauer im Vergleich

1. Jahr/ 2. Jahr  3. Jahr/ 4. Jahr/ 5.Jahr  6. Jahr/ 7. Jahr/ 8. Jahr 
Vordiplom  Diplom  Promotion  
1. Jahr/ 2. Jahr/ 3. Jahr  4. Jahr/ 5.Jahr  6. Jahr/ 7. Jahr/ 8. Jahr 
Bachelor  Master  Promotion 



 

Obwohl der Bachelor bislang nur auf mäßiges Interesse gestoßen ist, wird der Titel sowohl an Hochschulen als auch bei Unternehmen entsprechend beliebter - also keine Rede von Schmalspurstudium.


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